Der Soundtrack von Peazemerlannen

Eine lange Fischereitradition und weitläufige Marschgebiete: beides ist in Paesens und Moddergat zu finden. Die beiden Zwillingsdörfer liegen direkt am hohen Meerdeich, vor den Fluten des Wattenmeeres geschützt. Das Deichvorland von Peazemerlannen wird regelmäßig überflutet. Das verleiht dieser Naturlandschaft ihren außergewöhnlichen Charakter. Hier wachsen Pflanzen, die sich nicht so leicht unterkriegen lassen und vor allem viel Salz vertragen. Erleben Sie das Meer vor und hinter dem Deich und lassen Sie sich vom mehrstimmigen Soundtrack hunderter Vögel verzaubern.

Waddenzee Werelderfgoed - Peasumerlannen merk fryslan

Ein Vogelhotel, das seinesgleichen sucht

Bei einem starken Sturm hatte das aufbrausende Wasser einst ein Loch in den Deich bei Paesens en Moddergat gerissen. Dadurch hatte das Wattenmeer freies Spiel. Eine einzigartige Naturlandschaft mit Marschgebieten auf der Grenze zwischen Land und Wasser entstand. Bei Niedrigwasser ist das bewachsene Deichvorland trocken. Bei Hochwasser wird es komplett überflutet. Sie können an einer geführten Wanderung mit einem erfahrenen Führer teilnehmen oder auf eigene Faust losziehen. Um diese offene Landschaft zu erobern, brauchen Sie keine Karte. Der Weg ergibt sich wie von selbst. 

Die Marschlandschaft ist ein wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Vögel nutzen das Gebiet als Brut- und Rastplatz. Es ist ein wahres Vogelhotel in einem farbenfrohen Dekor aus blühenden Salzpflanzen. Von tiefroter Strand-Sode und knallrotem Queller bis zu hellrosa Schuppenmieren und violetter Strand-Aster. Ein märchenhafter Anblick!

Übernachten auf dem Bauernhof

Können Sie von den aufregenden Geschichten, dem wunderschönen Panorama und dem Gesang der Vögel gar nicht genug bekommen? Dann übernachten Sie auf einem gemütlichen Bauernhof in Paesens. Bed and Breakfast Lauwersstate bietet seinen Gästen Ruhe und Entspannung! 

Die Naturkatastrophe der Zwillingsdörfer Paesens und Moddergat

Die beiden Dörfer Paesens und Moddergat besaßen im 19. Jahrhundert eine große Fangflotte. Doch die kam 1883 mit einem Schlag an ein jähes Ende. Bei einem schweren Sturm wurden 17 Schiffe zerstört und kamen 83 junge und alte Männer ums Leben. Einige Familien verloren alle ihre männlichen Angehörigen. Die Katastrophe läutete das Ende der Fischerei in beiden Dörfern ein. Die Fischer, die es jetzt noch gibt, legen mit ihrem Boot im nahegelegenen Hafen von Lauwersoog an. Ein Denkmal am Deich erinnert an die furchtbare Katastrophe.

Möchten Sie tiefer in die Geschichte der Fischerdörfer eintauchen? Von März bis Oktober hat das Museum ‘t Fiskershúske geöffnet. Hier findet man vier authentische Häuser, in denen Dokumente und Objekte zur Erinnerung an die alte Küstenfischerei und das Leben der Bewohner ausgestellt sind.

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Foto: it Dreamlân

Übernachten am Lauwersmeer

Klein aber fein zelten am Lauwersmeer oder mitten in der friesischen Landschaft auf einer alten Warft – das geht auch ohne Theater mit widerspenstigen Zeltstangen. Denn diese beiden Unterkünfte bieten einfach alles: eine Kochgelegenheit, ein Bett, eine erstklassige Aussicht und in den frühen Morgenstunden ein kostenloses Vogelkonzert. Was braucht man mehr?