Eine endlose Hügeltour über den lila Läufer

Du bist abenteuerlich, hast eine gute Kondition und würdest gerne die leuchtend lila Landschaft des Heuvelrugs erkunden? Dann solltest du die „Eindeloze Heuveltocht“ (dt. endlose Hügeltour) in Betracht ziehen. Drei Tage lang begleitet dich ein Naturführer über die Hügel zu den schönsten Fleckchen. Fleckchen, die man allein normalerweise nicht entdecken würde. Bei dieser Tour werden jeden Tag rund 20 Kilometer gelaufen, eine gewisse Wandererfahrung kann also nicht schaden. Unterwegs genießt du die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren typischen Heidefeldern und den vielen verschiedenen Vogel- und Tierarten. Aber insbesondere auch die Ruhe. Diese wird nur ab und an von der spannenden Geschichte eines Försters oder Schäfers unterbrochen. Die nehmen dich nur zu gerne in die Geschichte des Heuvelrugs mit.

Die „Eindeloze Heuveltocht“ findet jedes Jahr im August statt. Zu dieser Zeit blüht das Heidekraut in einem fantastischen Lila.

Nationaal Park Sallandse Heuvelrug - Foto: Salland Marketing

Übernachten am Fuße des Hügels

Im Nationalpark Sallandse Heuvelrug gibt es nicht weniger als 26 „Berge“. Diese sind in der Eiszeit entstanden, als aus dem Norden Gletscher mit ihrem Eis Sand und Erde vor sich herschoben. So sind vorne und an den Seiten des Gletschers hohe Hügel entstanden. Und jeder Aufstieg wird mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Von manchen Aussichtspunkten aus kann man an klaren Tagen bis zu 40 Kilometer weit sehen.

Die „Eindeloze Heuveltocht“ führt dich zu vier dieser Berge. Die Tour startet beim Lemelerberg: Ein fast 80 Meter hoher Buckel in einer ansonsten flachen Gegend. Bei diesem Aufstieg wechseln sich Sandebenen, Heidefelder, Wacholderbäume und Wälder ab. Das macht den Lemelerberg zu einem Pflichtbesuch für Naturfreunde. Dieses Gebiet ist so besonders, dass Europa es zu einem Natura-2000-Schutzgebiet erklärt hat. Die Wanderung geht weiter über den Eelerberg zum Hellendoornseberg und endet am Fuße des Holterbergs. Die Hügeltour endet am dritten Tag beim Holterberg, dessen höchster Punkt 60 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Mit einer durchschnittlichen Steigung von 5,3 % kann man ihn als ziemlich steilen Hügel bezeichnen. Tanke deine Lunge mit der sauberen Luft voll, während du an schrägen Hängen entlang über die Ausläufer der Moränen gehst. Der Duft von dunklen Nadelwäldern, frischem Laubholz und Heidefeldern begleitet dich.

Während der dreitägigen Wanderung schläfst du in einem Zelt auf einfachen Campingplätzen – immer inmitten der Natur. Tagsüber musst du aber nur leichtes Gepäck tragen. Die Zelte und sonstige Materialien werden transportiert. Kurzum, eine abenteuerliche Wanderung mit einem gewissen Komfort.

Bushcraft-Abenteuer

Du bist auf den Geschmack gekommen und möchtest noch weitergehen? Dann hänge einfach noch die wunderschöne zweitägige Wanderung von Nijverdal oder Holten nach Ost, den sogenannten Sallandse Zandloper, dran.

Du hast eher Lust auf was anderes? Im Buitencentrum Sallandse Heuvelrug, dem Wilgenweard in Nijverdal und Outdoors in Holten werden verschiedene coole und herausfordernde Bushcraft-Abenteuer für Gruppen organisiert. Von Kaffee kochen in der Natur bis zu verschiedenen GPS-Abenteuern. Oder Übernachtungen unter freiem Himmel mit toller Aussicht und der Chance auf ein Zusammentreffen mit Rothirsch, Reh, Wildschwein oder Biber. Traust du dich?

Das Tal der alten Wacholderbeeren

Die Landschaft dieses Nationalparks wurde also größtenteils von Eis und Schnee oder genauer gesagt von deren Schmelzwasser geformt. Das viele Wasser, das den Hügelrücken herabgeflossen ist, hat auch die Rietslenk bei Nijverdal geformt. Die Hänge dieses Schmelzwassertals stehen voll mit jahrhundertealten, seltenen Wacholderbüschen. Ihre typischen Formen verleihen der Landschaft ein bezauberndes Aussehen. Die Wacholderbeeren waren um 1600 für Destillate an Bord der VOC-Schiffe unentbehrlich.