Erforsche die Kriegsgeschichte der Wattenmeerregion

Wer das Weltnaturerbe Wattenmeer besucht, kann vielerorts noch Spuren einer dunklen Vergangenheit finden. Auch hier wurden Verteidigungsanlagen gebaut und Kriege geführt. Kommst du auch mit auf eine Zeitreise?

Terschelling Atlantikwall

Der Atlantikwall

Wie Napoleon fanden die deutschen Besatzer die strategische Lage der Wattenmeerregion besonders interessant. Über das gesamte Gebiet verstreut wirst du daher auf viele deutsche Bunker stoßen. Diese Bunker sind Teil des Atlantikwalls, einer Verteidigungslinie, die mehr als 5000 Kilometer lang ist. Zwischen 1942 und 1945 von Nazi-Deutschland erbaut, um eine alliierte Invasion vom Meer aus zu verhindern. Es handelt sich nicht um eine durchgehende Mauer, wie der Name vermuten lässt, sondern um eine Linie, die aus losen Stützpunkten wie Bunkern besteht. Viele dieser Bunker haben den Zahn der Zeit überstanden und sind heute wahre Sehenswürdigkeiten. Ein Besuch des Bunkerkomplexes auf Terschelling ist ein echter Tipp. Hier erhältst du ein faszinierendes Bild von der Schlacht, die auf den Watteninseln geschlagen wurde, und der Art und Weise, wie die deutschen Besatzer einen Fuß an Land setzten.

Noarderleech

Historische Fahrradtour durch Noarderleech

An der Küste von Friesland liegt das ausgedehnte Noarderleech. Dieses Gebiet wurde von den Deutschen als ein wichtiger Ort angesehen. An dieser Stelle konnten sie alles genau im Auge behalten und das Gelände gleichzeitig als Übungsplatz nutzen. Nimm das Fahrrad und folge dem ausgedehnten Radweg, der in Marrum beginnt. Halte unterwegs am Bunker Noarderleech und an all den anderen historischen Stätten mit ihrer eigenen besonderen Geschichte. 

Der Kampf um das Wattenmeer

Es ist kein Geheimnis, dass das Wattenmeer eine strategische Lage hat, das wussten schon die Römer und die Wikinger. Diese Spuren des Kampfes und der Kriege sieht man überall in der Landschaft. Im Laufe der Jahrhunderte wurden verschiedene Wälle und Stadtmauern gebaut. Und im Achtzigjährigen Krieg erhielt eine Reihe von Städten Bollwerke; meist runde Verteidigungsanlagen vor oder außerhalb von Stadtmauern oder Böschungen.

Einige dieser Bollwerke sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Wie die Festung Bourtange in Groningen oder die friesischen Städte Dokkum und Harlingen. In diesen Hafenstädten wurden große Seeschlachten geschlagen, wie die Schlacht gegen die Engländer im siebzehnten Jahrhundert. Eine einzigartige Periode in der niederländischen Geschichte, die hier noch sichtbar ist.

Hier kommen alle Kriegsgeschichten zusammen

Was bedeutete der Zweite Weltkrieg eigentlich für das Wattenmeer? Die Antwort auf diese Frage findest du im Atlantikwall Zentrum in Huisduinen bei Den Helder. In diesem ehemaligen Verwaltungsgebäude - das im Krieg als Reparaturwerkstatt für die Artillerie diente - werden Geschichten aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Sowohl der Bewohner von Den Helder als auch der deutsche Soldat sprechen. Bist du neugierig geworden? Das Atlantikwall Zentrum ist täglich geöffnet.
 

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Foto: Jonathan Andrew