Nach Schweinswalen suchen, zu Land oder zu Wasser

Der Nationalpark Oosterschelde hat mehrere einzigartige Eigenschaften. Eine davon ist, dass man hier die besten Stellen – von ganz Europa – zur Beobachtung von Schweinswalen findet. Hast du Lust, loszuziehen, um einen Blick auf diese schönen Meeressäuger zu erhaschen? Dann solltest du in jedem Fall viel Geduld und eine Detektivnase mitbringen, denn diese kleinste Walart kommt oft nur ganz kurz an die Wasseroberfläche. Aber wenn es dir gelingt, einen zu entdecken, wird deine Geduld doppelt belohnt. Der Anblick einer solchen dreieckigen Flosse auf dem ruhigen Wasser der Oosterschelde (denn am besten lässt sich der Schweinswal bei Windstille und ruhigem Wasser entdecken) bleibt ein besonders schönes Erlebnis. Du möchtest deine Chance auf ein solches Erlebnis steigern? Dann solltest du mitkommen auf eine echte Naturbootsfahrt.

Oosterschelde Studio Bruinvis
Foto: Antonette Spaan

Auf dem Wasser mit Naturbootsfahrten

Mal groß, mal klein, mal schnell oder sehr alt – das gesamte Jahr über werden auf der Oosterschelde Naturbootsfahrten mit unterschiedlichen Schiffen organisiert, unter anderem, um Ausschau nach Schweinswalen zu halten. Egal, ob du dich für eine Tour mit dem Segelboot oder der Tjalk entscheidest, es ist immer ein begeisterter Naturführer an Bord, der dir gerne alles darüber erzählt, was in der Oosterschelde und an ihren Rändern lebt und wächst.

So dick wie die Haut eines Schweinswals

Der Schweinswal ist der kleinste und häufigste Wal in der Nordsee. Die Oosterschelde hat eine stabile Population von etwa 60 Tieren.

Der Schweinswal wurde früher auch Braunfisch genannt, dabei ist er weder braun noch ein Fisch. Damals nannte man jedoch alles, was im Meer lebte, braun, auch wenn es grau war. Außerdem trinken Schweinswalkälbchen Muttermilch, genau wie der Mensch, es sind also (Meeres-)Säugetiere. Andere Namen für den Schweinswal waren „kleiner Tümmler“ oder sogar „Meerschwein“. Letzteren verdankten sie ihrer dicken Fettschicht und den grunzenden Geräuschen, die sich von sich geben. Auch in den Niederlanden wurden Schweinswale früher wegen ihres Fettes und Fleisches gejagt. Das kann man auch an dem gebräuchlichen Familiennamen Varkenvisser (dt. Schweinefischer) ablesen.

Moederschip De Marjoes
Foto: Rederij Zeeland

Eine geteilte Köstlichkeit

Zu den Lieblingsspeisen der Schweinswale gehören Sardellen. Und damit sind sie nicht alleine ... Wenn du diese kleinen Fische auch gerne isst und ein Meeresabenteuer erleben möchtest, kannst du im Mai und Juni wieder an Bord gehen und eine Fahrt zu den Fischwehren mitmachen. Eine einzigartige Gelegenheit, diese alte Methode des Fischfangs nach den berühmten Bergse Sardellen aus nächster Nähe kennenzulernen. Die Fischer wenden hier eine sehr alte Technik an, bei der die Fische bei Ebbe in seichte Meeresarme oder Flussmündungen getrieben werden. Es wird also ein dreifacher Genuss: das alte Handwerk, die wunderschöne Natur rundherum und der Geschmack frischer Sardellen.

Starte dein Abenteuer auf dem Mutterschiff „De Marjoes“. Sie liegt im Hafen bei der Bergse Diepsluis in Tholen.

An Land vom Deich aus zuhören

An der Oosterschelde findest du die einzigen Orte in den Niederlanden, wo man die Schweinswale auch von Land aus sehen kann. Es sind sogar die besten Orte Europas. Für die beste Aussicht solltest du dir Wanderschuhe anziehen und auf den Deich in Burghsluis, Zierikzee, Wemeldinge, Colijnsplaat, Wissenkerke und beim Plompe Toren oder dem Goese Sas steigen.

Lass deine Ohren für dich arbeiten

Zur Orientierung unter Wasser und zur Beutejagd verwenden die Schweinswale Sonar. Sie geben Klickgeräusche von sich, deren Echo ihnen den Weg zu Nahrung oder vorbei an Hindernissen führt. Die Klickgeräusche des Schweinswals können wir Menschen leider nicht hören, aber am Ende des Hafenkopfes in Zierikzee steht eine Infosäule, an der du dir die Geräusche sehr wohl anhören kannst. Ein Hydrophon empfängt die Geräusche im Meer und überträgt sie an diese Säule. Wenn du also noch mehr in die Haut des Schweinswals kriechen möchtest, solltest du diese aufschlussreiche Säule auf Schouwen-Duiveland unbedingt besuchen.