Dunkelheit und die Natur: ein wichtiges Duo

Was für ein herrliches und erholsames Gefühl, am Ende eines arbeitsreichen Tages in der Dunkelheit mit meinem Mountainbike eine Runde durch den Wald zu drehen. Gerüche sind intensiver, meine Sinnesorgane sind geschärft, die mir vertrauten Kuhlen und Buckel auf dem Weg bewältige ich locker. Fledermäuse heben sich gegen den schwach erhellten Himmel ab. Wenn sich meine Augen daran gewöhnt haben, kann man auch im Dunkeln durchaus viel sehen. Ich mag die Dunkelheit.

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Foto: Marketing Groningen

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Wenn die Sonne untergeht, sinkt die Temperatur, und die Luftfeuchtigkeit steigt. Das ist gut für Würmer, Schnecken, Spinnen und Insekten wie Nachtfalter und Grashüpfer. Auch Eulen, Mäusen und Fledermäusen tut das gut. Säugetiere wie Igel, Fuchs, Dachs und das Reh sind deshalb auch nachts unterwegs auf der Suche nach dieser Nahrung. Über 50 % der Tiere sind nachtaktiv, also lassen wir es dunkel, dunkel bleiben!

Nachts ist die beste Zeit, um nach Nahrung oder einem Partner zu suchen. Außerdem fallen sie ihren Feinden nicht so leicht auf. Wussten Sie, dass ein Fuchs sogar einen Wurm aus dem Boden kriechen hören kann? Und eine Eule kann ihre Beute allein anhand des Geräuschs fangen.

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Foto: Marketing Groningen

Behandeln Sie die Dunkelheit gut!

Die Dunkelheit ist eines der Urmerkmale der Natur, genauso wie die Stille und der weite Raum. Zu viel (Kunst-)Licht stört die Natur. Ohne Licht ist zwar kein Leben möglich, aber ohne Dunkelheit gibt es keine Ruhe.

Beleuchtung kann den biologischen Kalender von Tier und Mensch durcheinanderbringen. Dieser Tagesrhythmus wird teilweise durch das Licht und die Dunkelheit in unserer Umgebung gesteuert. Bei Vögeln fallen die Paarungszeit, der Nestbau und der Beginn des Vogelzugs dementsprechend früher oder später. Das hat Einfluss auf die Überlebenschancen der Art. Und schließlich werden viele Tiere von Licht angezogen oder gerade abgeschreckt. Dies bewirkt eine Zersplitterung der Lebensräume, erhöht aber auch die Wahrscheinlichkeit, Raubtieren zum Opfer zu fallen.

Die Natur braucht die Dunkelheit, um überleben zu können, daher. Behandeln Sie die Dunkelheit gut!

Weil die Natur und die Dunkelheit ein wichtiges Duo bilden, kann man die Dunkelheit in vielen Naturgebieten erleben. Gerade auch nach dem Sonnenuntergang sind die meisten Gebiete für das Publikum geöffnet. So wurde der Nationalpark Lauwersmeer im Jahre 2016 von der International Dark Sky Associaton (IDA) offiziell zum Dark Sky Park erklärt. Ein Dark Sky Park ist ein Gebiet, in dem es dunkel ist, in dem die Dunkelheit erhalten bleibt und Besucher nachts willkommen sind, um die Dunkelheit zu erleben und den Sternenhimmel zu betrachten. Die Auszeichnung für das Lauwersmeer ist etwas Besonderes, weil die Niederlande zu den Ländern mit der größten Lichtverschmutzung auf der Welt gehören. Neben der Boschplaat auf Terschelling ist dies der zweite Dark Sky Park der Niederlande.

Annet de Jong, Försterin

 

Sterne zählen im Dark Sky Park Lauwersmeer