Welterbe Wattenmeer

Überall hört und riecht man das Meer

Das niederländische Wattengebiet ist unverbrüchlich mit dem jahrhundertealten Rhythmus von Ebbe und Flut verbunden. Hier findet man ein Weltnaturerbe, das ohnegleichen ist: das Wattenmeer. Ein Ort, an dem man mit Wind und Wasser völlig verschmelzen kann. Zweimal am Tag tritt der Boden des Wattenmeeres unter dem Meeresspiegel hervor. Wer sich hier Zeit nimmt, wird von der Natur mit ihrem eigenwilligen und schützenswerten Charakter reichlich belohnt.

Zu Land, zu Wasser und in der Luft

Hier kann man den Kopf einmal völlig freimachen, um alle Eindrücke aufzunehmen, die der eigensinnige Norden der Niederlande dem Besucher bietet. Das Wattenmeer beginnt bei Den Helder, einer kleinen Stadt in Nordholland, und zieht sich an der deutschen Küste entlang bis nach Esbjerg in Dänemark hin. Eine Kette aus mehreren Inseln bildet dabei eine Art natürlichen Wall zwischen Nordsee und Wattenmeer. Das Meer ist hier Freund und Feind zugleich. Die Wattenküste spiegelt den ewigen Kampf des Menschen gegen das Wasser: die Geschichte der Entstehung von Land. Warften und Wurten bilden zusammen mit jahrhundertealten Deichen eine beeindruckende Kulturlandschaft. Und dann ist da noch der unglaublich dunkle Himmel. Es ist der dunkelste Himmel, den es in den Niederlanden überhaupt gibt. Er erstreckt sich über das gesamte Wattenmeer. Der Nationalpark Lauwersmeer und die Boschplaat auf der Insel Terschelling wurden sogar offiziell zum Dark Sky Park, also zum Lichtschutzgebiet erklärt. Man kann hier so viele Sterne sehen, dass es schwindelerregend ist. 

UNESCO-Welterbe Wattenmeer

2009 ist das Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt worden, ein in der Welt einzigartiges Naturschutzgebiet. Wetter, Wind und Wasser zaubern hier eine raue Natur hervor, die durch unvergleichliche Schönheit besticht. Man kann hier buchstäblich beobachten, wie sich die Grenze zwischen Land und Wasser fortlaufend verschiebt. Gehen Sie im Deichvorland und in den Dünen auf Entdeckungsreise oder machen Sie einen Spaziergang auf dem Meeresboden, ein unauslöschliches Erlebnis.

Das Welterbe Wattenmeer ist die Heimat und Zwischenstation für Millionen von Vögeln. Sie sind zusammen mit vielen anderen Tier- und Pflanzenarten Teil eines perfekt ausgewogenen Ökosystems. Wer sich in aller Ruhe umschaut, kann hier viele außergewöhnliche Vogelarten entdecken. Und vielleicht sogar einen Seehund! Haben Sie keinen Seehund entdeckt? Dann besuchen Sie die Seehundstation Ecomare oder die Seehundstation in Pieterburen.

Eigenwillige Bewohner

Das niederländische Wattenmeer zählt fünf bewohnte Inseln: Texel, Vlieland, Terschelling, Ameland und Schiermonnikoog. Die Bewohner dieser Inseln gelten ebenso wie die Einwohner im gesamten Küstengebiet als eigenwillig und einfallsreich zugleich. Sie machen seit Jahrhunderten auf nachhaltige Weise Gebrauch von der Dynamik der Natur. Man denke an die Warften, Wurten und Deiche, die zum Schutz vor dem Meer gebaut wurden. Oder an das neue Projekt Holwerd aan Zee, bei dem ein Dorf nicht eingedeicht wurde, sondern stattdessen wieder direkt mit dem Meer verbunden ist. Auch hippe Kulturveranstaltungen wie die beiden Festivals "Into the Great Wide Open" und "Oerol" haben weit über das Wattenmeer hinaus Bekanntheit erworben. Das alles immer mit dem Blick auf die Natur.

 

 

Kalender

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